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11.07.20120 Kommentare

Erfolgsfaktoren, neu abgemischt: 4 typische Social-Business-Treiber (Teil 2)

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Rezepte sind gut, aber das Ergebnis bestimmen die Menschen, die sie umsetzen. In diesem zweiteiligen Beitrag geht es um typische Social-Business-Treiber, ihre Stärken und darum, was ihnen helfen könnte.

In der ersten Folge meiner kleinen persönlichen Treiber-Typologie habe ich bereits zwei Exemplare vorgestellt. Heute sind die Macher und die Pragmatiker an der Reihe.


Typ 3 – Die Macher: „Echtzeit ist ein Killer-Feature.“

Einfach loslegen und es dann auch schaffen – der Macher hat viel vom Tellerwäscher, allerdings natürlich nicht den Schweiß und Küchendampf. Er ist zum Beispiel der Chef, der seine Leute lieber gestern als heute auf soziale Tools loslassen will und der sehr schnell über einzelne Feature-Anforderungen spricht.

Eine der Stärken der Macher: sie motivieren andere und kämpfen unversehens im Team. Wenn es gut läuft, fängt so ein dynamischer Haufen auf eigene Rechnung an zu brainstormen und produziert ein Konzept – nichts Ausgefeiltes vielleicht, aber immerhin ein Startpunkt, der vor der Antwort auf die Toolfrage liegt.


Des Machers schwache Seite

Die “Hier-bin-ich-und-los”-Dynamik ist das große Plus des Machers, gleichzeitig aber auch seine Achillesferse. Denn sein Kalkül arbeitet oft mit zu kleinen Werten, wenn es um die Mitwirkung anderer Kollegen bei Netzwerken und Wikis geht. Und die hätte man doch am besten schon in der Phase der Konzeption mit im Boot.

Kürzlich hatte ich zum Beispiel einen Gesprächspartner, der vor Zuversicht zunächst nur so sprühte. Dann meinte ich: jetzt einen Workshop vorschlagen, um Anwendungsfälle zu präzisieren. Die Reaktion war prompt – und zerknirscht: “Im derzeitigen Projektdruck? No-Go. Das käme wohl eher als Selbstbeschäftigung rüber.”

Das Beispiel deutet an: Multitasking ist ein sehr typischer Modus dieses Treibertyps. Für das Enterprise-2.0-Projekt heißt das: Es ist für Macher gelegentlich nur Mittel zum Zweck, ein Projekt unter vielen, ein Feuerwerkskörper in einem abendfüllenden pyrotechnischen Happening.


Macher als Herausforderung

Bei den Machern braucht es viel Überzeugungskraft, sie auf ein methodisches, nachhaltiges Vorgehen einzustimmen. Ihre frühe Festlegung auf Tools oder Funktionen birgt die Gefahr, dass Diskussionen auf den Holzpfad geraten – abseits wichtiger Ziele und Erfolgsfaktoren.

Allgemeine Motivation ist bei Machern fehl am Platz. Der Macher akzeptiert nur gezielte Argumente, die das Social-Business-„Modul“ aus seinem Generalplan gegenüber den anderen Punkten seiner Agenda aufwerten. Er verlangt den Nachweis, dass die in seinen Augen zu kleinen oder zu mühsamen Schritte echten Nutzen bringen. Manche Macher brauchen jemand, der sie darauf stößt, dass sie zukünftige Nutzer abholen müssen und Engagement über den Augenblick hinaus über Erfolg und Misserfolg entscheidet.


Was dem Macher wirklich hilft

Eine gute Erfolgsgeschichte, mit der sich das Team oder der Bereich der Macher wiedererkennt, scheint mir am aussichtsreichsten. Hauptrolle darin: eine geplante, schlüssige Methodik.


Typ 4 – Pragmatiker: „Pro und Con. Einverstanden?“

Es gibt auch ausgeprägte Methodiker unter den Treibern, die sich tatsächlich an der Sache orientieren. Sie haben diese Eigenschaft zum Beispiel in einer Karriere in der Entwicklung oder in der Rechtsabteilung perfektioniert. Sie wägen unterschiedliche Aspekte gegeneinander ab und haben es gleichzeitig in den Genen, sie in praxistaugliche Versuchsanordnungen zu übertragen. Um richtig Fahrt aufzunehmen, fehlt ihnen vor allem Spezialwissen und Vermarktungsgeschick.


Mit Pragmatikern zum Erfolg

Risiken für Pragmatiker-getriebene Projekte bestehen vor allem in äußeren Faktoren: Verfügbares Budget und Ressourcen, Vorgaben aus dem Unternehmen, interne Politik. Hier kann besonders ein Schwachpunkt des Pragmatikers zum Tragen kommen: sein blindes Vertrauen in Argumente. Je nach dem, von wem in der Organisation er abhängig ist, tut er gut daran, sich darüber hinaus auch zu vernetzen oder sich mit Verkäufertalenten zu verbünden. Ansonsten genügt dem Pragmatiker Hilfe zur Selbsthilfe: Spezial-Know-how, das er sich effizient aneignen kann, Best Practices, Argumentationen und – methodisch bitt’schön unanfechtbare – Studien.

Methodiker-Nachklapp

Die Einführung von Kommunikation und Kollaboration mittels sozialer Technologien verlangt im Unternehmen übergreifende Antworten. Doch damit Wikis, Netzwerkgruppen oder Arbeitsräume wirklich leben, brauchen sie Teams, Bereiche oder Communities die sie für ihre eigenen, ganz spezifischen Zwecke adaptieren. Jeder dieser Anwendungsfälle ist ein eigenes mehr oder weniger großes Social-Business-Projekt – mit eigenem Management, eigener Moderation und eigener Enabling-Agenda.

Um diese dezentralen Anwendungsfälle geht es in meiner Arbeit immer wieder, an zentraler Stelle. Etappenziele bestehen darin, sie möglichst präzise zu fassen, zu beurteilen, wie reif sie als “Projekt” sind und ihre Risiken und Chancen herauszuarbeiten. Auf dieser Basis ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zu einem fruchtbaren Vorgehen, mit dem die Verantwortlichen ihr Vorhaben voranbringen können.

Mir ist die Reihenfolge wichtig: Nutzen ist Trumpf. Der Beitrag zu Unternehmenszielen ist damit gemeint, aber auch der Nutzen für die tägliche Arbeit einzelner Anwender. Die Tool-Entscheidung kommt erst an zweiter Stelle – und jede Chance, darauf nach (ja, ist so gemeint) der Präzisierung von Anwendungsszenarien Einfluss zu nehmen, ist zu nutzen.

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