In großen Zusammenhängen denken ist nicht blöd. Doch manchmal zählt auch einfach das, was als Nächstes möglich ist.
Enterprise 2.0 ist so ein Fall: Soziale Intranets, Wikis, Netzwerke sollen schließlich einmal alle Mitarbeiter im Unternehmen verbinden. Rein technologisch scheint es daher meist unumgänglich, den großen Wurf zu wagen.
Die eigentliche Herausforderung beginnt aber mit den Menschen – sie dafür zu gewinnen, hinter der Sache zu stehen und sich einzubringen. Hier erlebe ich immer wieder, dass es auf die Kleinarbeit ankommt. Aus dem Stand fallen mir sechs Gründe ein, warum es eine gute Idee ist, Wiki, Blogs & Co. in kleinen Schritten einzuführen und nicht gleich die ganz große Nummer fahren zu wollen. Hier sind sie:
Klare Nutzenargumentation statt Revolution.
Was und wo genau haben die Nutzer etwas von Enterprise 2.0? Mit einer genauen Analyse lassen sich Nutzungsszenarien eingrenzen, die tatsächlich funktionieren. Dann wird auch klarer, welche Art Lösung tatsächlich dazu passt. Technische Lösungen sollten immer ausbaufähig sein. Aber eine Teillösung ist der bessere Ansatz, wenn sie aktive Resonanz verspricht – realistisch und von Anfang an. Besser im Vergleich zu einem unübersichtlichen Gesamtprodukt mit verwaisten Funktionen oder Bereichen.
Grassroot ist besser als zentral.
Wo 2.0 drauf steht, sind aktive Mitarbeiter drin – oder gar nichts. Dezentrale Teams, die Enterprise 2.0 punktuell vorantreiben, liefern Erfolgsstories, ja „Quick Wins“, mit denen man Schule machen kann. Reine Top-Bottom-Initiativen brauchen meist mehr Durchsetzungspower, als das Management bereit ist aufzuwenden.
Vorsicht vor der Ankündigungsfalle.
Vor allem dann, wenn die Mitarbeiter des Unternehmens bereits viele Systeme und Änderungen haben kommen und gehen sehen. Gegen das kollektive Schulterzucken hilft nur die Tat und der Erfolg – und eine Kommunikationsstrategie, die sich durch Wahl ihrer Mittel bewusst von Vorerfahrungen absetzt.
Enterprise 2.0 muss Vertrauen gewinnen.
Nutzer müssen erleben, dass das Neue verlässlich ist und sie nicht behindert – im Gegenteil. Vor allem dann, wenn sie dafür liebgewonnene Systeme aufgeben sollen. Es lohnt sich daher in Zuverlässigkeit, Performanz und Nutzerfreundlichkeit von Social Tools im Intranet zu investieren – auch wenn die ganz große Lösung dann erst später kommen kann.
Der internen Politik ausweichen.
Je kleiner das Projekt, desto geringer die Gefahr, dass es zum Spielball wird, wenn Bereiche und Entscheider konkurrieren. So bleibt der Fokus auf den eigentlichen Erfolgsfaktoren.
Erfahrungen sammeln.
Teillösungen mit klarem Zuschnitt geben Nutzern Gelegenheit, sich auszuprobieren, ohne sie zu überfordern. Auf der anderen Seite können die Initiatoren in Ruhe analysieren, wie User sich die Plattform aneignen, welche Nutzenszenarien sich ergeben und so Rückschlüsse für den weiteren Ausbau und die Strategie ziehen.
So weit so gut mit diesem Beitrag – heute halte ich mich kurz. Aber wie sieht es aus mit Ihren Erfahrungen bei der Einführung von Enterprise 2.0? Vielleicht lief es bei Ihnen ja ganz anders?
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[...] Enterprise 2.0 – 6 Gründe, warum man mit kleinen Schritten groß vorankommt : Vormo… Wo 2.0 drauf steht, sind aktive Mitarbeiter drin – oder gar nichts. Dezentrale Teams, die Enterprise 2.0 punktuell vorantreiben, liefern Erfolgsstories, ja „Quick Wins“, mit denen man Schule machen kann. Reine Top-Bottom-Initiativen brauchen meist mehr Durchsetzungspower, als das Management bereit ist aufzuwenden. Source: http://www.vormorgen.de [...]
Ich hab noch einen Punkt:
Auf Fragen und Sorgen der Mitarbeiter vorbereitet zu sein. Beispiele:
- Muss ich jetzt jeden Morgen zusätzlich zu meinen E-Mails auch noch alle Projektwikis, Blogs, Microblogs durcharbeiten?
- Worum soll ich einer Information im Social Intranet vertrauen? Wer stellt die Qualität sicher?
- Wie komme ich, wenn ich die ganzen Enterprise 2.0-Werkzeuge bedienen soll, überhaupt noch zum arbeiten?
- Werde ich jetzt vollkommen transparent was ich arbeite und wie ich arbeite?
Und viele Fragen und Sorgen mehr …